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Gib Acht im Verkehr

Zum Schulstart am 11. September beginnt für viele Erstklässler der Ernst des Lebens. Der Schulbeginn ist ein neuer Lebensabschnitt für die Kleinen - viele von ihnen werden sich erstmals selbstständig im Straßenverkehr bewegen. Auf ihrem Schulweg sind sie deshalb auf die Rücksicht und Besonnenheit der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen.

Unsere Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie sind vielmehr besonderen Risiken ausgesetzt: Ihr Hauptaugenmerk gilt nicht dem Verkehr und den damit verbundenen Gefahren, sondern vielmehr anderen Eindrücken. Andere Verkehrsteilnehmer müssen daher umso vorsichtiger sein, um Unfälle zu verhindern. Alle Verkehrsteilnehmer - insbesondere die "Erwachsenen" - stehen in der Pflicht, nicht verkehrsgerechtes Verhalten der Schüler zu kompensieren. Man kann nicht darauf vertrauen, dass sich Sechs- und Siebenjährige richtig verhalten.

Von uns allen kann bereits im Vorfeld einiges getan werden, um unsere Schützlinge im Straßenverkehr besser zu schützen:

1. Bedenken Sie als Eltern von Schulanfängern, dass sich Kinder zum Schulanfang erst auf Verkehrswege und Situationen einstellen müssen.

2. Vermitteln Sie Ihrem Kind auf kindergerechte Weise ein Verständnis für schwierige Übergangssituationen und mögliche Gefahrenpunkte auf dem Weg zur Schule.

3. Gehen Sie den Weg mehrmals mit Ihrem Kind ab und schaffen Sie so Selbstvertrauen und Sicherheit.

4. Tauschen Sie spielerisch die Rolle mit Ihrem Kind: Lassen Sie sich von ihm zur Schule führen und so die bereits verfestigten Entscheidungen zur Gefahrenbewältigung selbst treffen.

5. Die Welt unserer Kinder ist gerade auch im Straßenverkehr eine andere, als die der verkehrserfahrenen Erwachsenen. Geben Sie den Kindern die Chance, entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Nutzen Sie beispielsweise bei gutem Wetter die Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen.

6. Denken Sie daran: Es läuft nicht immer alles nach Plan. Baustellen, eine gesperrte Unterführung oder eine ausgefallene Fußgängerampel können den Schulweg merklich verlängern.

Kinder sollen grundsätzlich auf dem Bürgersteig gehen beziehungsweise auf Wegen, die für Fußgänger ausgewiesen sind. Hier sollen Kinder immer innen gehen, nie zum Straßenrand hin. Straßen sollen nur an übersichtlichen Stellen - an Ampeln, Mittelinseln oder Zebrastreifen - überquert werden. Beim Queren erst losgehen, wenn alle Fahrzeuge stehen. Nehmen Sie lieber einen kleinen Umweg in Kauf - der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Denken Sie auch daran, dass der sichere Schulweg morgens schon viel früher beginnt: Kinder sollten nicht in Zeitnot geraten, denn unter Zeitdruck passieren Fehler. Lieber also ein paar Minuten früher aufstehen!

Machen Sie darüber hinaus keine Fahrdienste mit dem Auto. Sofern es möglich ist, sollten Sie Ihr Kind immer zu Fuß zur Schule gehen lassen. Frische Luft und Bewegung am Morgen machen munter und sind ein optimaler Start für den Schultag. Außerdem lernen Kinder nur so, sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Hinzu kommt, dass die Kolonnen von Eltern-Autos - die sogenannten Eltern-Taxis - immer wieder zu gefährlichen Situationen und zu Chaos vor dem Schulgelände führen. Sollten Sie Ihr Kind dennoch fahren müssen oder wollen, dann parken Sie möglichst ein Stück abseits des Schulgeländes und lassen Sie Ihr Kind zumindest das letzte Stück zum Schultor alleine laufen. Denken Sie zudem bereits jetzt an die bevorstehende, dunkle Jahreszeit - Kinder sollten immer helle und reflektierende Kleidung tragen.

Doch nicht nur Kinder, auch erwachsene Verkehrsteilnehmer stehen zum Schuljahresbeginn im Blickpunkt. Natürlich sollten die Erfahrenen immer - insbesondere aber zu Beginn des neuen Schuljahres - Kindern ein Vorbild sein. Vor allem an Fußgängerüberwegen oder Fußgängerampeln, aber auch beim Heranfahren an einen Zebrastreifen gilt es besondere Achtsamkeit zu wahren.

Die Polizei wird den Schulwegen während der kommenden Wochen erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr kündigt das Polizeipräsidium Tuttlingen verstärkte Kontrollen an und fordert Fahrzeugführer zu einem besonders umsichtigen und rücksichtsvollen Fahrverhalten auf. Fehlverhalten werden konsequent geahndet. Die Polizei führt Geschwindigkeitskontrollen an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche, sowie im Bereich der Schulwege durch. Verstöße gegen Park- oder Haltverbote sowie die Nutzung von Mobiltelefonen im Umfeld von Schulen, Kindergärten oder geschützten Überwegen werden ebenfalls intensiv verfolgt.

Außerdem wird die technische Sicherheit der von Schülerinnen und Schülern genutzten Verkehrsmittel - also die, der Schulbusse, aber auch die, der Fahrräder - überwacht. Unter dem Motto "Gurte retten Leben" überwacht die Polizei zudem die Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht. Neben dem Erkennen der Gefahren des Straßenverkehrs auf dem Schulweg, ist ein passender und altersentsprechender Kindersitz für Kinder die beste Lebensversicherung, sofern sie doch mal mit dem Auto zur Schule gebracht werden müssen. Für Kinder, die älter als zwölf Jahre oder größer als 150 Zentimeter sind, ist diese Versicherung der Sicherheitsgurt. Leider werden von manchen Eltern - die eigentlich besonders um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt sein müssten - nach wie vor die Gefahren für Kinder als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen, selbst bei geringen Geschwindigkeiten oder kurzen Strecken, unterschätzt.

Im Rahmen der Verkehrsunfallprävention werden zudem schwerpunktmäßig Schulwege überwacht, um die kleinen Schützlinge sicher in ihr neues Umfeld einzugewöhnen. Bei den Kontrollen werden die Polizisten bei den Radlern unter den Schülern sehr darauf achten, dass sie Fahrradhelme tragen und an die "Oben Ohne-Fraktion" wird appelliert künftig einen Helm zu tragen.

All diese Maßnahmen sollen dazu führen, die Unfallrate auf Schulwegen weiterhin gering zu halten, damit unsere Kleinen nach dem Lernen gesund und wohlbehalten nach Hause zurückkehren!

Weitere Tipps und nützliche Informationen für einen sicheren Schulweg finden Sie im Internet unter:

https://www.gib-acht-im-verkehr.de/ und https://www.schuetze-dein-bestes.de/

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